Hallo liebe Foren-Gemeinde,
ich wende mich heute mit einem echten Herzensprojekt an euch. Ich besitze seit mittlerweile 20 Jahren ein Julius Keilwerth Tenorsaxophon aus Graslitzer Produktion. Nach jahrelangem Dornröschenschlaf hat es nun begonnen, mein Interesse zu wecken. Ich bin mir sicher, dass durch die Hilfe der Schwarmintelligenz und das besondere Fachwissen der Mitglieder hier eine genaue Bestimmung dieses Instruments doch sicherlich möglich ist.
Anhand der Seriennummer 18237 müsste das Instrument ziemlich genau aus dem Jahr 1941 stammen.
Hier sind die konkreten Ausstattungsmerkmale, die ich bis dato sicher feststellen konnte:
• Grunddaten: Tenorsaxophon mit JKG Logo.
• Seriennummer: 18237 (an der Mechanik konnte ich die Nummer als "Matching Numbers" bislang an drei verschiedenen Bauteilen entdecken).
• Tonlöcher: Gebördelte Tonlöcher (Rolled Tone Holes).
• S-Bogen: Ausgestattet mit einem Microtuner.
• Applikatur: Insgesamt 13 Perlmutt-Einlagen und 7 Rollen.
• Gravur: Der Schallbecher ist wundervoll und extrem aufwendig graviert. Es wurden keine Mühen gescheut: Alle Flächen der Formen sind durch hunderte oder tausende kleine Wellen schattiert – ein Detail, das ich so bis dato noch bei keinem anderen Objekt finden konnte.
• Stempel: Es trägt trotz des späten Baujahres 1941 noch den Export-Stempel „Made in Czechoslovakia“.
• Polsterung: Bei einer früheren Überholung wurde erfreulicherweise historisch korrekt auf Resonatoren verzichtet.
Meine Fragen an euch:
1. Welches Modell habe ich hier genau vor mir? Deuten der Microtuner und die aufwendige Gravur auf ein „Toneking“ oder eine spezifische Export-Variante hin?
2. Wie lässt sich der „Czechoslovakia“-Stempel zum Baujahr 1941 historisch einordnen? Lief der Export unter diesem Label damals tatsächlich noch weiter?
Ich bin sehr gespannt auf eure Einschätzungen und freue mich auf den Austausch!
Beste Grüße
Daniel
Julius Keilwerth (Graslitz) Tenorsaxophon- Bj. 1941 (SN 18237) - Modelbestimmung
Moderatoren: Dr. Enrico Weller, Mario Weller