Hallo zusammen,
dieses Doppelhorn habe ich erworben und voll restaurieren lassen. Es ist aus Goldmessing gefertigt, mit Schnurmechanik und abschraubbarem Schall. Es finden sich keine Nummern oder Gravuren an dem Instrument. Das Mundrohr wurde allerdings neu angefertigt.
Handelt es sich dabei um das "Crönlein-Modell"? Ist das eine Serie gewesen? Es gehörte offenbar dem Hornisten eines Warschauer Symphonieorchester.
Ich freue mich über jede Information, die ich bekommen kann. Es ist ein wunderbares Instrument.
Doppelhorn wie Alexander 103 Vorkriegsmodell
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Joachim Pautz
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Mario Weller
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Re: Doppelhorn wie Alexander 103 Vorkriegsmodell
Sehr geehrter Herr Pautz,
ja, es ist das "Crönlein-Modell" - nahezu identisch mit dem 103er von Gebrüder Alexander.
Als Modell Nr. 80 (ganzes Schallstück) und Modell Nr. 81 (mit abschraubbarem Becher) wurde es im Werk II des VEB B & S in Klingenthal angefertigt. Ins Vogtland kam dieses Modell Ende der 1930er Jahre, als Andreas Crönlein von Mainz nach Klingenthal zog.
Ihr Instrument würde ich in die 1960er Jahre, nicht eher, einordnen. Warum es keine Gravur trägt lässt sich nicht plausibel erklären, dass Fehlen einer Seriennummer dagegen legt nahe, dass es vor 1966 angefertigt wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Weller
ja, es ist das "Crönlein-Modell" - nahezu identisch mit dem 103er von Gebrüder Alexander.
Als Modell Nr. 80 (ganzes Schallstück) und Modell Nr. 81 (mit abschraubbarem Becher) wurde es im Werk II des VEB B & S in Klingenthal angefertigt. Ins Vogtland kam dieses Modell Ende der 1930er Jahre, als Andreas Crönlein von Mainz nach Klingenthal zog.
Ihr Instrument würde ich in die 1960er Jahre, nicht eher, einordnen. Warum es keine Gravur trägt lässt sich nicht plausibel erklären, dass Fehlen einer Seriennummer dagegen legt nahe, dass es vor 1966 angefertigt wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Weller
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Joachim Pautz
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Re: Doppelhorn wie Alexander 103 Vorkriegsmodell
Haben Sie vielen Dank für Ihre freundliche und fachkundige Antwort! Gab es einen "Stichtag", ab dem in Klingenthal nicht mehr dieses alte Modell 103 mit schräg stehendem Schallstück, sondern die neuere Version gebaut wurde, die dem heutigen 103 ähnelt?
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Mario Weller
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Re: Doppelhorn wie Alexander 103 Vorkriegsmodell
Sehr geehrter Herr Putz,
leider kann ich Ihrer Beschreibung des schräg stehenden Schallstücks nicht ganz folgen. Bei dem in Klingenthal gefertigten Crönlien-Modell sind mir über den ganzen Zeitraum seiner Fertigung keine bekundenswerten Änderungen oder grundlegende Verbesserungen mitgeteilt worden.
Der Abstand zwischen Schallstückrand und Mundrohrende war stets 37,0 cm, der Winkel der Maschine zum Schallstückrand immer stumpfer als bei allen anderen Modellen von Weltklang und Hans Hoyer.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Weller
leider kann ich Ihrer Beschreibung des schräg stehenden Schallstücks nicht ganz folgen. Bei dem in Klingenthal gefertigten Crönlien-Modell sind mir über den ganzen Zeitraum seiner Fertigung keine bekundenswerten Änderungen oder grundlegende Verbesserungen mitgeteilt worden.
Der Abstand zwischen Schallstückrand und Mundrohrende war stets 37,0 cm, der Winkel der Maschine zum Schallstückrand immer stumpfer als bei allen anderen Modellen von Weltklang und Hans Hoyer.
Mit freundlichen Grüßen
Mario Weller
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Joachim Pautz
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Re: Doppelhorn wie Alexander 103 Vorkriegsmodell
Vielen Dank, Herr Weller.
Irgendwann scheint man in Klingenthal die Produktion geändert zu haben. Bei dem angehängten Foto handelt es sich um ein Horn mit "VEB" Gravur, kopiert wird hier aber ein aktuelles Alexander mit anderem Winkel zwischen Maschine und Schallstück.
Irgendwann scheint man in Klingenthal die Produktion geändert zu haben. Bei dem angehängten Foto handelt es sich um ein Horn mit "VEB" Gravur, kopiert wird hier aber ein aktuelles Alexander mit anderem Winkel zwischen Maschine und Schallstück.